Spondilitis

Entzündliche Erkrankungen der Wirbelsäule können durch verschiedene Erreger hervorgerufen werden. Eine Entzündung der Wirbelknochen - Spondylitis genannt - wird meist durch Bakterien hervorgerufen. Nur selten werden Entzündungen durch Viren oder Pilze verursacht.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie ein Erreger in das Innere des Knochens gelangen kann:

  • Nach einer Verletzung mit einem offenen Knochenbruch gelangen die Mikroorganismen direkt aus der Umwelt in das Knocheninnere.
  • Bei einem Entzündungsherd an einer anderen Stelle des Körpers können die Bakterien über den Blutstrom in den Knochen gelangen und sich dort ansiedeln und vermehren. Diese Form der Infektion ist die häufigste. Sie wird auch als endogene - von innen kommende - Spondylitis bezeichnet.
  • Selten können bei operativen Eingriffen an der Wirbelsäule Krankheitserreger an oder in die Knochen gelangen und dort eine Entzündung verursachen.
  • Jedoch nicht nur die Knochen der Wirbelsäule können sich entzünden. Auch die Bandscheiben sind gefährdet. In diesem Fall spricht man von einer Discitis. Prinzipiell gelangen die Krankheitserreger in diesem Fall auf demselben Weg zum Krankheitsherd wie bei einer Entzündung der Wirbelknochen.

Es ist auch möglich, dass sich eine Entzündung in ihrem Verlauf von den Knochen auf die Bandscheiben ausweitet und umgekehrt. Bei einer sehr weit fortgeschrittenen Erkrankung ist es sogar möglich, dass die Entzündung auf den Brust- oder Bauchraum, auf die Rückenmuskulatur oder das Rückenmark übergreift. Über den Blutstrom können Erreger andere Organe erreichen und sich dort ansiedeln. Dieser Zustand ist lebensbedrohlich.

Ein besonderes Risiko für entzündliche Erkrankungen der Wirbelsäule haben Menschen mit Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen und Alkoholismus. Bei Erkrankungen von Becken, Bauchraum und Urogenitaltrakt kann sich die Entzündung besonders leicht auf die Wirbelsäule ausdehnen.